Sanierung der Schwandorfer Kläranlage: Arbeiten an den Faultürmen gestartet
Die Sanierung der Faultürme der „Verbandskläranlage Schwandorf-Wackersdorf“ hat begonnen. Rund 1,83 Millionen Euro investiert der Zweckverband in die Maßnahme, die sich bis Ende 2027 erstrecken wird. Die Stadt Schwandorf übernimmt 70 Prozent der Kosten, die Gemeinde Wackersdorf 30 Prozent und erhält für ihren Anteil eine Förderung nach RZWas2025. Die Gemeinde Steinberg am See ist seit 2012 an die Anlage angeschlossen, gehört dem Zweckverband jedoch nicht an.
Die beiden Faultürme zur anaeroben Schlammfaulung sind seit rund 30 Jahren in Betrieb und inzwischen deutlich verschlissen. Fachingenieure stellten insbesondere an der Mischtechnik erhebliche Abnutzungserscheinungen fest. Dadurch kann der Schlamm im Faulbehälter nicht mehr optimal umgewälzt werden, was sich auch auf die Klärgasproduktion auswirkt. Das entstehende Gas wird in der Anlage zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt.
Wie Betriebsleiter Johann Fleischmann erläutert, fallen in allen Reinigungsstufen Schlämme mit hohem Wasseranteil an. Um deren Volumen sowie den Energiebedarf des Faulprozesses zu reduzieren, werden sie zunächst eingedickt. Unter Luftabschluss werden sie anschließend in den Faultürmen ausgefault und danach der thermischen Verwertung zugeführt. Ziel der aktuellen Maßnahme ist es, die verfahrenstechnischen Anforderungen dauerhaft sicherzustellen und die Betriebssicherheit der Schlammfaulung zu erhöhen.
Die Verbandskläranlage übernimmt die Reinigung der kommunalen Abwässer aus Schwandorf sowie den Gemeinden Wackersdorf und Steinberg am See. Zur Infrastruktur gehören neben der Kläranlage auch der Verbandssammler und der Ablaufkanal zur Naab, während die Kanalnetze in der Verantwortung der Kommunen liegen. Nach der Inbetriebnahme am 1. Februar 1997 werden jährlich rund fünf Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt und nach mehreren Reinigungsstufen wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt.
Für die Sanierung wurde zunächst ein Faulbehälter mit einem Volumen von etwa 1300 Kubikmetern vollständig entleert. Anschließend hob ein Mobilkran den verschlissenen Mischer samt Mischerrohr aus dem Behälter. Im Inneren wurde ein Gerüst errichtet, um Betonteile abzubrechen, Oberflächen zu reinigen und beschädigte Bereiche zu sanieren. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird eine neue, energieeffizientere Mischtechnik installiert.
Der Zweckverband arbeitet bei dem Projekt mit einem Ingenieurbüro aus Nürnberg zusammen. Die Sanierung des zweiten Faulbehälters soll bis Oktober 2026 abgeschlossen sein, anschließend ist von März bis Oktober 2027 die Überarbeitung des ersten Behälters vorgesehen.








