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Kirchen im Gemeindegebiet

Pfarrkirchen St. Wendelin und St. Martin
Der Bau der ersten Kirche ist nicht nachweisbar. Aber wir wissen aus den Visitationsprotokollen des 16. Jahrhunderts einiges, so z.B., dass 1575 ein „Gottskasten“ aufgestellt war, in dem aber meist nur wenig Geld war. 1580 war der bauliche Zustand ziemlich schlecht und 1591 ist festgehalten, dass „die Kirche über den Haufen fällt“, wenn nichts unternommen wird.

Benefiziumsprovisor Wilhelm Wolf erweiterte die Kirche 1921 mit einem Anbau (zehn Meter länger und zwei Meter breiter), der das Gotteshaus wie eine Lokomotive ausschauen ließ. Auch den Tabernakel auf dem Hochaltar ließ er in Angleichung an den Stil des Hochaltars neu anfertigen. Benefiziat Wolfs Nachfolger Franz Xaver Bäumler war nur zwei Monate hier. Dann folgte Benefiziumsprovisor Josef Fink, ebenso unternehmenslustig wie Wolf; er baute 1926 das Leichenhaus mit zwei Wohnungen, erweiterte den Friedhof und in die neue Friedhofsmauer im Osten wurde die private St. Georgs-Kapelle integriert, die dann dem Kohlenbergbau zum Opfer fiel.

1947 kam Benefiziumsprovisor Franz Dietheuer, 1943 schwer verwundet im 2.Weltkrieg, nach Steinberg. In seine Amtszeit fiel die Umsiedlung von „Alt-Steinberg“ wegen des Braunkohleabbaus, der gefährlich an die Kirche heranrückte und große Schäden durch die Grundwasserabsaugung verursachte. Sein Einsatz für die Bevölkerung war groß; außerdem beschaffte er 1952 wieder drei Glocken für den Kirchturm. Sie wurden wie folgt gewidmet: „Hl. Martin“ – 210 kg – Ton cis’’, „Hl. Wendelin“ - 120 kg – Ton dis’’, „Vater Kolping“ - 80 kg – Ton fis’’

1955 kam der Wackersdorfer Kaplan Michael Gschwendtner nach Steinberg und wirkte so lange wie sonst keiner vor ihm, segensreiche 30 Jahre in Steinberg. Er war es, der die Ortschaft mitprägte. 1961 ließ er bei der Firma GHR in Regensburg eine große Glocke gießen, sie wiegt 340 kg mit dem Ton h’ und wurde 1962 als „Herz-Jesu“-Glocke geweiht. Durch die vierte Glocke bildet die Tonfolge nun ein „ausgefülltes Dur-Motiv“.
Er baute die neue Kirche – noch vor der Einweihung im Jahre 1972 wurde der Anbau der alten Kirche wieder abgerissen, wobei diesem Abriss auch Teile der wunderschönen Deckengemälde zum Opfer fielen.
Am 30. Juni 1985 verstarb nach kurzer schwerer Krankheit Pfarrer Michael Gschwendtner.

Unter Pfarrer Josef Kiener wurde der Pfarrhof auf dem Grundstück zwischen Kirche und Friedhof neu gebaut und die Kirche St. Wendelin grundsaniert. Bei der Gelegenheit wurde die Nebenkirche mit einem neuen Kreuzweg und einer elektronischen Orgel ausgestattet . Am 18.6.1995 konsekrierte Weihbischof Josef Flügel einen neuen Volksaltar und seitdem wird St. Wendelin zu Messfeiern für kleinere Gottesdienstgemeinschaften genutzt (z.B. Hochzeiten).

Am 22. Juli 1972 wurde von Bischof Dr. Rudolf Graber die neue, etwas eigenwillig anmutende Kirche geweiht. Im Regensburger Bistumsblatt schrieb man damals: “Von außen erinnert das runde Gebäude etwas an das berühmte Pantheon in Rom“. Die runde konkave Form mit 13 Metern Höhe und 16 Metern Durchmesser wurde bewusst gewählt, um die Geschlossenheit auszudrücken. Im Mittelpunkt des 500 Sitzplätze bietenden Gotteshauses steht eine Altarinsel mit dem auf vier massiven Füßen ruhenden 96 Zentner schweren Marmoraltar, mit Ambo und Tabernakel auf einer freistehenden Stele, ein Bronzeguss mit Bergkristallen geschmückt. Das große Kreuz hinter dem Altar ist das Missionskreuz aus der alten Kirche ebenso wie die Immaculata-Statue (früher linker Seitenaltar) und St. Martin, wie er seinen Mantel für den Bettler teilt. Überhaupt ist das Stilproblem Barockkunst und Moderne gut gelöst. Glasierte Klinker, eine holzverkleidete Decke mit zwölf geleimten Holzträgern und mit einem breiten Fensterband vermitteln trotz der eher kühlen Gestaltung ein Gefühl der Ruhe und Geborgenheit.

Am 24.09.2005 verstarb Pfarrer Josef Kiener. Anschließend wurde die Pfarrei von Pater Franziskus der Pfarrei Kreuzberg mitbetreut. Von September 2006 bis Oktober 2016 war Pfarrer Andreas Ullrich der Geistliche in der Pfarrei.

Einen ausführlichen Bericht zur Steinberger Kirchengeschichte finden Sie auf der Homepage des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK). Auch Interessante Informationen zur Ortsgeschichte, Schulgeschichte, zu den Steinberger Materln oder dem ehemaligen Granitabbau bietet die Seite des HAK.